Kein guter Tag für Glühbirnen – kein guter Tag für die Politik

Horst Meierhofer

Horst Meierhofer

Am 01. September ist wieder eine neue Stufe des Glühbirnenverbots in Kraft getreten. Ab sofort sind auch herkömmliche 60 Watt Glühbirnen – abgesehen von Lagerbeständen – nicht mehr im Handel erhältlich.
Damit verschwindet „der Glühbirnenklassiker“ aus unseren Regalen. Nun bin ich niemand, der irgendwelchen veralteten Gegenständen oder Technologien großartig hinterhertrauert, denn wenn die Technik voranschreitet, bleiben naturgemäß manche Produkte auf der Strecke: Kassetten, Schellackplatten oder auch Videorekorder.

Beim Verbot der Glühbirne ist aber vieles anders. Weder Technik noch Kaufverhalten sind schuld, dass die Glühbirne bald ein museumsreifes Relikt sein wird. Vielmehr haben Politiker und Experten in gut gemeinter Absicht gehandelt. und dabei das Totschlagargument mangelnder Effizienz als Mantra vor sich hergetragen!
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde Effizienz wichtig. Nur ist es kurzsichtig, einen einzelnen Gedanken derart in den Vordergrund zu stellen, dass alle anderen Aspekte verblassen: Das Quecksilber, das beim Zerbrechen entweicht, die nicht funktionierende Entsorgung der kaputten Lampen oder auch die Tatsache, dass manchem Menschen auch einfach nur das Licht klassischer Glühlampen besser gefällt. Dies alles sind Gesichtspunkte, die nicht in das Verbot eingeflossen sind.

Ich finde, dass jedem die Gewichtung dieser Aspekte selbst überlassen sein sollte und nicht Aufgabe der Politik ist. Klar kann man kennzeichnen, wie effizient eine Lampe, ein Auto, ein Fernseher oder ein Kühlschrank ist. Man sollte das sogar, damit ein Kunde rational entscheiden kann.

Jetzt entscheidet man als Konsument aber nicht, sondern man ist gezwungen, die quecksilberhaltigen Energiesparlampen zu kaufen. Zumindest dann, wenn man keine 45 Euro für eine LED-Lampe ausgeben will. Und ich verstehe diejenigen, die das nicht wollen oder können.
Hinzu kommen außerdem noch die üblichen Nebenwirkungen. Kaum trat das Glühlampenverbot in Kraft, wurden die Preise saftig erhöht. Bis zu 25 Prozent mehr zahlen Verbraucher jetzt für Energiesparlampen. Aus Sicht der Unternehmen kann man diese Entscheidung nachvollziehen: Der einzige Bäcker, der sein Brot noch verkaufen darf, hat schließlich auch keinen Grund mehr, seine Preise der Konkurrenz anzupassen. Er hat keine Konkurrenz!

Das Ganze ist ein Trauerspiel. Ein Beispiel für eine übereifrige Kultur des Verbietens. Ein Beispiel dafür, wie wichtig ein guter politischer Rahmen ist. Ein Beispiel dafür, dass der Staat sich nicht anmaßen sollte, zu wissen, was gut ist.

Und leider kein guter Tag für politische Effizienz.

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Eine Antwort zu “Kein guter Tag für Glühbirnen – kein guter Tag für die Politik

  1. Tigerentenzersäger

    Und was genau haben Sie bzw. hat die FDP gegen diese Art anmaßender obrigkeitsstaatlicher Gesetzgebung GETAN? Die FDP ist Teil der deutschen Regierung und damit verantwortlich für die in Deutschland geltenden Vorschriften!