Haben Sie das Interview der Frankfurter Rundschau mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gelesen? Auf die Frage der Frankfurter Rundschau nach den „Versäumnissen der Bundesregierung“ in der aktuellen Krise antwortet Gabriel dort: „Die Haltung der Union und FDP ist in der Tat die eines Zuschauers“.
Das ist schon erstaunlich. Ich dachte immer, die SPD sei in den letzten elf Jahren in der Bundesregierung gewesen – und nicht die FDP! Diese Vernebelungstaktik ist dabei kein individueller Einfall von Gabriel, vielmehr steckt dahinter System. Denn die gesamte SPD-Führung äußert sich in dieser Weise. Anstatt sich also mit der aktuellen Krise, mit Lösungsansätzen oder mit den tatsächlichen Schicksalen der Menschen, die von der Krise direkt betroffen sind, auseinanderzusetzen, schwadronieren die Minister Müntefering, Steinmeier oder Gabriel lieber über vermeintliche Ideologien und versuchen, die Bürger für dumm zu verkaufen.
Wir sollten der SPD-Führung diesen Versuch einer Wählertäuschung und des Davonschleichens von Verantwortung nicht durchgehen lassen. Zum Glück hat ja bereits die Europawahl gezeigt, dass der Wähler dies ähnlich sieht. Die Menschen wissen – offenbar entgegen einigen SPD-Granden -, dass die SPD seit elf Jahren kontinuierlich in der Bundesregierung sitzt und maßgeblich für die heutige Misere mitverantwortlich zeichnet. Die SPD hat die Bankenaufsicht zerfleddert und ineffizient gemacht, die SPD hat Schulden ohne Ende angehäuft, die SPD hat Milliarden Euro Steuergelder verbrannt (ich sage nur „Holzmann“) und die SPD interessiert sich nur für Großunternehmen, während ihr die Lage von kleinen und mittelständischen Betrieben, von Selbstständigen, von einem Großteil der hart arbeitenden Bevölkerung offenkundig egal ist.
Konzepte? Strategien gegen die Krise und die ausufernde Staatsverschuldung? – Fehlanzeige! Stattdessen kommen die üblichen populistischen Parolen von „Turbokapitalismus“ und „Marktradikalen“.
Statt auf die berechtigen Fragen nach Versäumnissen der Bundesregierung zu antworten, wird lieber auf die FDP eingedroschen. Das hilft niemanden
- ganz offenkundig auch nicht der SPD…
Bei der FDP werden wir weiterhin an Konzepten arbeiten, wie wir die Wirtschaft wieder ankurbeln und mehr Menschen in Lohn und Brot bringen können. Ein einfaches und gerechtes Steuersystem etwa würde mehr bringen als sich viele vorstellen können. Dass die SPD weiterhin lieber Phrasen drischt und nicht vorhandenes Geld verteilt, ist zwar bedauerlich, aber wohl unvermeidbar; genauso unvermeidbar, wie die Quittung für diesen Unsinn bei der anstehenden Bundestagswahl.

3 Antworten bis hierher ↓
RexCramer // 17. Juni 2009 um 9:54
Lieber Hans-Joachim Otto,
> „… schwadronieren die Minister Müntefering …“
Müntefering ist Minister? Übertreiben Sie mal nicht.
MfG
Leon Hartner // 18. Juni 2009 um 2:44
Sehr nett auch die Aussage Gabriels: „Bei der SPD gilt: Was wir sagen, dass tun wir auch.“ *hust*Mehrwertsteuer*hust*
gurkenwasser // 6. August 2009 um 6:20
>>“Wir sollten der SPD-Führung diesen Versuch einer Wählertäuschung und des Davonschleichens von Verantwortung nicht durchgehen lassen.“<>“…die SPD hat Schulden ohne Ende angehäuft.“<<
wie ausnahmslos jeder Regierung seit 1949. Und am exorbitanten Anstieg der Staatsverschuldung von 1982 bis 1998 war die FDP meines Wissens maßgeblich mitbeteiligt, da in der Regierungsverantwortung.
Vielleicht kehrt ja nach der Wahl im September das Bewusstsein zurück, dass Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit mehr zählt als Populismus. Vermutlich wird es die Wahl mit der geschichtlich betrachtet geringsten Wahlbeteiligung. Ich lass mich überraschen, wer als erster seine Lehre daraus zieht und wieder authentische Politik auf den Plan ruft.
So wie die Geschäfte samstags auf dem Land ab 16 Uhr, sind die Kommentare geschlossen.